
Antwerpen
2019
„Ich bin mir nicht ganz sicher. Laut alten Abbildungen vom Kai in Antwerpen muss es etwa um das Jahr 1875 gewesen sein. In dieser Zeit – der sogenannten 'Kaalslag' – wurde ein großer Teil der ursprünglichen Antwerpener Burg, wo die Stadt einst entstanden ist, abgerissen, und die Schelde wurde von 250 auf etwa 500 Meter verbreitert. Es ist sehr wahrscheinlich, dass damals die 3,5 Kilometer langen schmiedeeisernen Zäune (aus Puddeleisen) entlang der Schelde in Antwerpen aufgestellt wurden“, erzählt Gerd De Lathauwer, Technical Sales Manager bei EUROLACKE Powdercoatings.
Die Farbschichten, die in den letzten 150 Jahren aufgetragen wurden, sind durch Witterungseinflüsse und Korrosion stark verwittert. Es wird deutlich, was der Zahn der Zeit mit Metall macht.
Die schmiedeeisernen Zäune wurden damals mit traditionellen Techniken wie z. B. Stropf- und Zapfenverbindungen gefertigt. Es musste also genau überlegt werden, in welchem Zustand sich das Grundmaterial befindet, welche Konstruktionsmethoden verwendet wurden und wie sich die Materialien unter den heute zur Verfügung stehenden (oder fehlenden) Verfahren verhalten, um sie nachhaltig zu erneuern.
Um diese Renovierungsarbeit mit Respekt gegenüber dem Originalmaterial auszuführen, wurde 2019 Overveld Coating in Hoogerheide beauftragt. Gemeinsam mit dem Know-how von EUROLACKE im Bereich Pulverbeschichtung und Korrosionsschutz wurde ein Umsetzungsplan erstellt. Die besonderen Zaunelemente wurden von einem Fachunternehmen demontiert, bei Bedarf instand gesetzt und zu Overveld Coating geliefert. Dort wurden sie gemäß dem aufgestellten Plan gestrahlt (Sa 2½), metallisiert (nach EN-ISO 2062:2005) und mit einem Pulverbeschichtungssystem versehen.
Die erste Schutzschicht bestand aus 80–100 µm AXALTA ZeroZinc (ZF8002). Diese dient dazu, mögliche Gas-Einschlüsse im Basismaterial und in der Metallschicht während des Einbrennprozesses möglichst gut auszugasen. Als zweite Schicht wurde eine 80–100 µm starke AXALTA AP wetterfeste Pulverbeschichtung gewählt – für maximalen Schutz sowie hervorragenden Farb- und Glanzhalt.
Ziel war es, diesen historischen Zäunen eine maximale Lebensdauer zu verleihen. Das war eine Herausforderung. Nicht nur würden wir aus heutiger Sicht die Zäune anders konstruieren und mit einer anderen Stahllegierung (und Verzinkung) ausstatten – auch das heutige Stadtklima am Wasser, in Kombination mit dem Hafen von Antwerpen, ist äußerst anspruchsvoll.
Gemeinsam haben wir im Rahmen der gegebenen Konstruktionsmöglichkeiten das Maximum erreicht. Darauf sind wir stolz!
Bild EUROLACKE


